Das
richtige Anlegen
ist wichtig, um wunden Brustwarzen vorzubeugen und zum zeitigen Auslösen des
Milchspende-Reflexes
1. Bequeme Stellung finden - Richte dir dein "Plätzchen" gemütlich ein -
unabhängig von der Position,
in der du stillst
2. Lagere das Kind so, dass der Bauch des Kindes dicht zu deinem Bauch liegt. Achte
darauf, dass die
Nase des Kindes in Warzenhofhöhe zu liegen kommt.
3. Führe das Kind zur Brust - und nicht die Brust zum Kind!!!
4. Stimuliere die Wangen und Mundregion deines Kindes, damit es den Mund weit aufmacht, so
dass es
die Warze mit viel Warzenhof in den Mund bekommt. Dabei sollten die
Lippen des Kindes, besonders
die untere, nach außen gestülpt sein.
5. Lasse dein Kind solange trinken, wie es mag. Äußerlich kannst du am Kiefer bzw. den
Wangenmuskeln
beobachten, wie dein Kind trinkt. Meistens wackeln dabei auch die Ohren
mit *g* Langes Nuckeln ist
für die Warze gerade am Anfang der Stillzeit nicht gut und du kannst
dein Kind ruhig von der Brust
nehmen und anderweitig weiterschmusen. Willst du dein Kind von der
Warze nehmen, solltest du das
Vakuum im Mund mit dem Finger lösen, um einen schmerzhaften Zug an der
Warze zu vermeiden. |
Stillpositionen
1. Stillen im Liegen (auf der Seite oder auf dem Rücken) - in der Anfangszeit - in der
Nacht - bei
schmerzender Naht - bei unruhigem Kind - zum Genießen.
2. Stillen im Sitzen (im Wiegegriff unterstützt durch ein Kissen) - tagsüber - unterwegs
- wenn Besuch da ist
3. Stillen im Schneidersitz (auf guten Halt im Rücken achten) - wird von manchen Müttern
bevorzugt - du
brauchst einen guten Halt im Rücken - nur wenn die Naht nicht schmerzt
4. Positionen bei Zwillingen - Sie können bei Bedarf gleichzeitig gestillt werden, obwohl
sie häufig
unterschiedliche Schlaf-Wach-Rhythmen haben. Beide im Wiegegriff vor
dem Körper zu stillen, ist nur am
Anfang zu raten, solange sie noch klein sind. Später braucht jeder
Zwilling "seinen" Platz. |
Stillrhythmus
Lege dein Kind nach Bedarf an. Es meldet sich, wenn es Hunger hat und holt sich in der
Regel genau die Menge, die es braucht. Stillen nach der Uhr bringt dich in Stress und holt
das Kind aus seinem normalen, im eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus heraus.
Zu Beginn der Stillzeit wird dein Kind häufig an die Brust wollen. Das hat die Natur so
eingerichtet, damit sich die Milchmengen auf den Bedarf des Kindes einstellt.
Lege es häufig an, auch wenn es in den ersten Tagen durch die Neugeborenen-Gelbsucht
etwas müde sein kann.
Hab Geduld mit dir und deinem Kind, wenn es sich nicht in den ersten Wochen ein
regelmäßiger Stillrhythmus erkennen lässt - Charaktere sind verschieden (siehe auch
"Die Stilltemperamente").
Während der Stillzeit macht dein Kind Wachstumsschübe durch, in denen es deutlich
häufiger trinken möchte. Viele Mütter vermuten dann, dass ihre Milch nicht mehr
ausreicht und füttern zu. Aber die Natur hilft sich auch hier, denn indem das Kind
häufiger trinkt, stellt sich die Milchbildung auf den erhöhten Bedarf nach dem
Wachstumsschub ein.
Die Schübe liegen in der Regel am Ende der 2. Lebenswoche, 6. - 8. Woche und 3. - 4.
Lebensmonat.
In dieser Zeit heißt es, Besuche ausladen, Reisen absagen, mit dem Kind ins Bett und
Stillen, so oft dein Kind kommt, dann ist diese anstrengende Zeit in 2 bis 3 Tagen
überstanden. |
Die Still-Temperamente
Kinder haben von Anfang an ihr eigenes Temperament und zeigen ganz unterschiedliche
Trinkverhalten, die sich meist nicht umkrempeln lassen! Zum besseren Verständnis sind
hier 5 Temperamente vorgestellt:
1. Die "Radikalen"
kräftige Kinder, die die Brust sogleich erfassen und 10-15 Minuten
gierig trinken, die Brust loslassen und
zufrieden sind (anfangs kann das gierige Trinken schmerzen)
2. Die "Zögernden"
haben in den ersten Tagen kaum Interesse an der Brust und am Saugen,
legen meist nach dem Milch
einschuss richtig los und trinken von da an gut. Versuche, diese Kinder
zu drängen, führen zu beidseitigen
Schweißausbrüchen. Nimm dir Zeit zum Schmusen und Kennenlernen!
3. Die "Träumer"
trinken ein wenig, ruhen sich aus und trinken wieder ein wenig. Sie
trinken gut, lassen sich aber nicht
drängen. Du brauchst bei einem Träumer viel Geduld!
4. Die "Genießer"
vor dem Trinken spielen diese Kinder erst mal mit der Brustwarze,
probieren ein wenig, lassen wieder los,
lecken sich die Lippen. Erst danach fangen sie gut an zu trinken.
Werden sie anfangs gedrängt, werden sie
wütend und fangen an zu schreien.
5. Die "Hektiker"
Kinder sind beim Anlegen so aufgeregt, dass sie die Warze zwar fassen,
aber gleich wieder verlieren und
wütend anfangen zu schreien. Sie müssen erst beruhigt werden, bevor
sie wieder angelegt werden können.Lerne dein Kind kennen und lasse dich
auf das ihm bzw. ihr eigene Verhalten ein!!! |
Der Milcheinschuss
Normaler Weise schießt die Milch am 3./4. Tag nach der Geburt ein. Dies kann begleitet
werden von Spannen, Völle- und Hitzegefühl in der Brust. Manchmal reagiert der Körper
auch mit leichtem Temperaturanstieg. Je häufiger du in den ersten Tagen dein Kind
anlegst, desto weniger schmerzhaft verläuft der Milcheinschuss.Abhilfe beim schmerzhaften
Milcheinschuss:
- passender Stillbüstenhalter gibt schweren und prallen Brüsten guten Halt
- vor dem Anlegen warme Umschläge, damit die Milch besser fließt (weite Gefäße)
- kühle Umschläge nach dem Stillen helfen bei prallem und heißem Gefühl
- ist die Brust so prall, dass dein Kind die Warze nicht richtig fassen kann, solltest du
die Warze mit den
Fingern heraus zupfen, so dass dein Kind es leichter hat. Manchmal ist es notwendig,
die Brust vorher
ein wenig auszustreichen und mit den Fingern die erste Milch aus den Milchseen
hinter der Warze zu
entleeren.
Milchfluss in Gang
bringen
Wenn die Milch nach dem Milcheinschuss noch nicht richtig fließt, kann sie
folgender maßen in Gang
gebracht werden:
- Die Brust ringsum in kreisenden Bewegungen sanft mit gutem Druck massieren
- Anschließend die Drüsengänge vom Brustansatz zur Warze hin ausstreichen
- Danach die Brust fassen und sanft in eine Schüssel oder in ein Waschbecken mit warmen
Wasser
"ausschütteln" |
Wunde Warzen
Sie können in der Anfangszeit die Stillbeziehung erschweren, da das Stillen für dich
eine schmerzvoller Erfahrung wird. Deshalb solltest du deine Warzen pflegen, damit sie
nicht wund werden!
- Das Wichtigste für die Brustwarzen ist das richtige Anlegen deines Kindes:
Bauch zu Bauch, kindliche Nase in Warzenhöhe, so dass Kind und Warze im
rechten Winkel liegen
- Lass nach dem Stillen den Rest Muttermilch und kindlichen Speichel an der Warze
antrocknen; setze ruhig häufiger deine Warzen Luft und Sonne aus.Hilfe
bei wunden Warzen
- Lege dein Kind bei wunden Stellen um, d.h. benutze jedesmal eine andere Position
- Du kannst mit Zinn-Hütchen, Honig, Traubenzucker, Schwarztee-Beutel, verdünnter
Calendula-Essenz,
Johanniskrautöl u.v.m. den Warzen zu Leibe rücken. Bitte frage deine Hebamme oder
Stationsschwester,
was in deiner Situation am besten ist.
- Lege dein Kind nicht zu hungrig an die Brust! Wickele es nach der Mahlzeit oder zwischen
beiden Seiten,
wenn es bereits nach der ersten Brust einschläft. Die ersten gierigen Züge
schmerzen sehr und fördern das
Wund sein. |
Der Milchstau
Was ist ein Milchstau?
- Milch staut sich in einer Brustdrüse
- die gestaute Stelle ist gerötet, hart und druckempfindlich
- geht häufig mit Temperaturerhöhung einherWas kannst du beachten, um einem Milchstau zu
vermeiden?
- keine beengende Kleidung (passender BH)
- Brust in der Stillzeit warm halten
- bei zu großen Stillpausen die Milch ausstreichen
- körperliche und psychische Überanstrengungen vermeiden
- Füße warm halten
Abhilfe beim Milchstau:
- die gestaute Stelle MUSS entleert werden!
- gestaute und verhärtete Stelle massieren und ausstreichen (geht gut unter der heißen
Dusche)
- nach dem Entleeren oder Stillen kühle Wickel (gerne mit Quark) auf die betroffene Seite
auftragen
- in den "Stau-Tagen" Ruhe einkehren lassen, ruhig mit dem Kind ins Bett
zurückziehen und verwöhnen lassen
- kindlicher Unterkiefer an der Seite anlegen, wo sich die gestaute Stelle befindet (der
Unterkiefer arbeitet
kräftiger und entleert die Milchdrüsen besser) Dadurch kann es zu ungewöhnlichen
Positionen kommen, wie
z.B. das Kind von ober über die Schulter gelegt trinken lassen. Das sieht
vielleicht abenteuerlich aus, aber
keine Sorge, dein Kind verschluckt sich nicht, es kann sozusagen
"bergauf" trinken. |
Training
nach der Geburt (geschrieben von Tina, ausgebildete
Aerobic-Trainerin)
1. Man sollte die ersten 4-6 Wochen nach der Geburt nicht trainieren, da sich der Körper
von den Strapazen der
Geburt (und der SS) erst mal Vollständig erholen sollte - Regeneration
ist genau so Teil des Trainings wie das
Training an sich!
2. Sollte man in den ersten Wochen (besser: ersten drei Monaten) nach der Geburt starke
Belastungen des
Beckenbodens vermeiden, wie sie häufig vorkommen, wenn man sich beim
Training anstrengt.
3. Auf keinen Fall Training für die geraden Bauchmuskeln (sit ups u. ä.) bevor sich die
Rektus Diastase (Schlitz
zwischen den geraden Bauchmuskeln), bevor sich diese wieder KOMPLETT
geschlossen hat - sonst bleibt der
Spalt zwischen den Bauchmuskeln für den Rest des Lebens bestehen!!!!
Es kann bis zu 3-4 Monaten dauern,
bevor die Rektus Diastase wieder geschlossen ist - d. h. bis die
Bauchmuskeln nicht mehr überdehnt sind!
4. Steht Stillen einem ausgewogenen Fitnesstraining in keinster Weise entgegen - ich kenne
Aerobic-
Trainerinnen, die 20 Stunden die Woche gegeben haben und nebenbei sechs
Monate voll gestillt haben.
Man sollte nur darauf achten, dass man vor dem Training stillt oder
abpumpt und einen vernünftigen BH,
evtl. auch zwei übereinander, trägt - dann kann man sogar
High-Impact-Aerobic mitmachen, wenn man
den will! |
Ohren auf Durchzug schalten wenn
Mütter oder Schwiegermütter mit
tollen Tipps und Vorurteilen kommen wie:
- das Kind schreit bestimmt, weil es Hunger hat. Wieg es doch mal vor und nach dem
Stillen,
dann weißt du wie viel es trinkt -
NEIN - generell würde ich raten, nicht öfter
als einmal die Woche zu wiegen!
- du musst deinem Kind auch was zu trinken anbieten, mach ihm doch mal einen Fencheltee
NEIN - Muttermilch ist sättigend und
durststillend zugleich, zusätzliche Flüssigkeit ist nicht nötig
- Hängt das Kind schon wieder an deiner Brust? Du verwöhnst es zu sehr!
NEIN - ein so kleines Kind kann man gar nicht
genug verwöhnen, der Hautkontakt fördert im
übrigen nachweislich die zwischenmenschlichen Beziehungen...
- Also wenn ich nicht schon nach drei Wochen Brei / Fenchelhonig / Zwieback zugefüttert
hätte,
hättest du damals die Zeit nie überlebt ...
NEIN - hätte deine Mutter nicht nach der Uhr
und unter Stress gestillt, hättest du locker von ihrer
Muttermilch leben können
- Deine Milch ist nicht gehaltvoll genug, weil du dich selbst nicht richtig ernährst. Das
Kind hungert.
NEIN - die Milch hat immer genau die gleiche
Zusammensetzung, überall auf der Welt, sogar in
Hungergebieten auf dieser Welt. Die Milch wird aus den Reserven der Mutter gebildet und
die sind meistens ausreichend.
- Durch die lange Stillerei bekommst du einen Hängebusen
NEIN - für eine etwas schlaffere Brust ist
die Schwangerschaft an sich verantwortlich. Ein Busen,
der sich während der Stillphase langsam zurückbilden kann, ist hinterher straffer als
ein
schnell abgestillter.
- Deine Brustwarzen eignen sich nicht zum Stillen (z.B. bei Schlupf- oder Hohlwarzen)
NEIN - Jede Brustwarze kann Milch geben.
Schlupf- und Hohlwarzen kann man während der
Schwangerschaft schon formen, oder man benutzt einfach Stillhütchen.
- Benutze keine Stillhütchen, sonst versiegt die Milch ganz schnell
NEIN - Wenn du dein Kind regelmäßig anlegst,
kannst du so lange stillen, wie du möchtest!
- Du musst dein Kind jetzt wecken, damit es isst - sonst findet es keinen
Rhythmus!
NEIN - Dein Kind bestimmt seinen eigenen
Rhythmus. Sollte dir dir Brust platzen, dann streiche
die Milch vorsichtig aus (du kannst sie ggf. einfrieren)
- Besorge dir eine Milchpumpe, dann kannst du abpumpen und jemand anders (z.B. ICH ICH
ICH)
kann das Baby auch mal füttern, du kannst dich dann mal ausruhen...
NEIN - Abpumpen bringt das Verhältnis von
Angebot und Nachfrage durcheinander. Deine Brust
wird die Milchpumpe als hungriges Kind betrachten und noch mehr Milch produzieren.
Muttermilch abpumpen ist allerdings eine echte Alternative, wenn Frau bald wieder anfangen
muss zu arbeiten und dann wirklich aus einem DRINGENDEN Grund jemand anders das
Kind füttert. |
Hilfe, ich schaffe das nicht!
Wenn dir alles zu viel wird, sich massenhaft Besuch einlädt oder eingeladen hat, sich
alleine bei dem
Gedanken daran alles verkrampft, die dir Brüste schmerzen und du das Gefühl hast, dass
dir - gerade in
der etwas schwierigen Anfangszeit - alles über den Kopf wächst, dann wehr dich!
Lade Besuch aus, oder lass den Besuch den Kuchen mitbringen und selbst Kaffee kochen -
erlaube dir
selbst, die Uhrzeit festzulegen. Deine Umwelt muss sich dir und dem Kind anpassen und
nicht umgekehrt.
Klar können dadurch Unstimmigkeiten auftreten oder verschiedene Leute sind sogar
verprellt... Aber
was ist besser - zufriedene Leute, die ihre Neugier befriedigt haben, oder DEIN
zufriedenes Kind,
für das DU genügend Muttermilch hast! Eine Antwort hierauf erübrigt sich wohl...
Ach so, solltest du
wirklich Schwierigkeiten mit dem Stillen haben, wende dich schnellstmöglich an deine
Hebamme, Frauenärztin, die örtliche Stillberatung, schreibe in diversen Foren oder an
die LaLecheLiga.
Alle diese Leute wissen um die Bedeutung der Muttermilch und werden mit Sicherheit bemüht
sein, dir
auch wirklich zu helfen. |