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Wie lernt mein Kind zu schlafen???
Die nachfolgende Abhandlung basiert auf den Erkenntnissen meiner PEKiP-Kursleiterin Yvonne, die sich seit über 10 Jahren mit eben diesem Thema eingehend befasst hat:
Ein Baby ist im Alter von 5 - 6 Monate durchaus in der Lage, nachts durchzuschlafen. Es benötigt im Regelfall auch keine Mahlzeit in der Nacht. In diesem Alter leben die Kinder von "Zusammenhängen", das heißt, es begreift die Welt in Form von Zusammenhängen. Babys sollen lernen, alleine einzuschlafen,... egal in welchem Bett, jede Familie entscheidet für sich! Da jedes Kind (und jeder Mensch) in der Nacht mehrmals kurz aufwacht (das erste Mal ca. 30 Minuten nach dem Einschlafen!!!), checkt, ob alles in Ordnung ist (wohl noch ein Überbleibsel aus der Zeit der Höhlenmenschen ;-)) und dann wieder einschläft, ist es für Kinder, die an der Brust oder Flasche eng gekuschelt einschlafen und dann ins Bett gelegt werden eben nicht in Ordnung. Das was beim Einschlafen (vor 30 min.) da war, der Geruch der Mutter, die leckere warme Milch im Mund, das süße Gutenachtlied, ist dann weg und das Kind schlägt Alarm. Und was jetzt passiert, ist ausschlaggebend!!! Das Kind jetzt aus dem Bett zu nehmen, herumzutragen, zu füttern oder zu stillen macht das Kind erst recht wach, jede Zelle signalisiert - Lageveränderung - und vor allem merkt sich das Kind den Zusammenhang - Aha, ich muss nur diesen bestimmten Schreiton anschlagen und Mama kommt und nimmt mich heraus - wie oft wohl??? Oftmals ist es so, dass ein Kind, das
nachts aufwacht, nicht sofort schrill los weint (außer es hat Schmerzen oder ist krank),
sondern vielleicht erst ein bisschen meckert. Reagiert man sofort auf das Meckern mit
Herausnehmen, gerät man leicht in einen Teufelskreis. Es gilt vielmehr, das Kind im
Bettchen zu beruhigen, ihm zu sagen, dass Mama in der Nähe ist und es jetzt mitten in der
Nacht ist und geschlafen wird. Wichtig ist die eigene Entschlossenheit. Wenn man selbst
unsicher ist, überträgt sich das auf das Kind und man wird keinen Erfolg haben. Sich
selbst zu sagen - ich kann nicht mehr - reicht nicht aus, das ist noch zu wenig. Ein
entschlossenes - Ich will nicht mehr - versetzt in die Lage, dem Kind das Schlafen
beizubringen. Wichtig beim zu Bett bringen ist ein immer
wiederkehrendes "Abendritual", damit sich das Kind den Zusammenhang merken kann.
Wie das aussieht, bleibt jedem selbst überlassen, aber z.B. kann man das Kind frisch
machen, Schlafanzug und Schlafsack anziehen, ein Gutenachtlied singen oder eine Geschichte
vorlesen, Gutenachtkuss geben, "Gute Nacht, schlaf schön und träum was süßes -
bis morgen früh", ins Bett legen, streicheln und die Spieluhr aufziehen.
Anschließend das Zimmer verlassen und abwarten. Vielleicht klappt es auf Anhieb.
Vielleicht fängt das Kind aber auch an zu meckern und zu weinen. Dann heißt es erstmal 2
Minuten abwarten, dann hingehen, das Kind im Bett beruhigen, ihm sagen dass jetzt
Schlafenszeit ist und es jetzt schlafen muss und wieder gehen. Wieder abwarten, und ggf.
nach 3, 5, 10 Minuten nochmals hingehen, wieder im Bett beruhigen und gehen. Das gleiche
Prozedere wird nachts durchgezogen, wenn das Kind aufwachen sollte und wieder weint.
Allerdings sollte man nicht erwarten, dass das Kind ruhig ist, wenn man sich umdreht um
rauszugehen. Ein normal intelligentes Kind protestiert prompt. Also - man checkt ob alles
in Ordnung ist, sagt dem Kind: es ist alles in Ordnung, ich bin mir sicher, dass du schon
lernen kannst, alleine einzuschlafen, Mama ist da, Papa ist da und du kannst jetzt in Ruhe
;-))) einschlafen - und geht aus dem Zimmer, auch wenn das Kind protestiert (um nach einer
gewissen Zeit wieder reinzugehen) Was macht man, wenn sich ein
Teufelskreis schon eingeschlichen hat, wie unterbricht man ihn? Warum schläft mein Kind nicht mehr
alleine ein, schläft nicht durch, wacht nachts auf und weint, es war doch vorher alles in
Ordnung? Allerdings - Ausnahmen bestätigen die Regel - ein krankes, fieberndes und auch ängstliches Kind darf natürlich zu Mama und Papa ins Bett (Anm.: mein Arzt sagt, ein krankes Kind gehört zu Mama und Papa ins Bett!), aber es soll nach überstandener Krankheit wieder in seinem Bett schlafen (wenn die Eltern das wünschen). Manche Kinder brauchen zwar 1 - 2 Abende als Übergangszeit, aber dann ist es wieder in Ordnung, wie es vorher war. |
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