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3-Monats-Koliken

Zum Begriff Koliken:
Koliken sind lt. medizinischer Beschreibung krampfartige Bauchschmerzen.

Hannah Lothrop schreibt dazu in Ihrem "Stillbuch":

...Manche Säuglinge weinen wenig, manche viel. Wenn Babys viel, heftig und anhaltend oder in Schüben weinen, dann fällt häufig der Begriff "Kolik". Was das ist, haben selbst Forscher noch nicht recht definieren können. Oft endet dieses Weinen fast schlagartig mit drei Monaten. In der Zwischenzeit kann es jedoch die Nerven junger Eltern bis zum Zerreißen anspannen...

Ursachen (Kurzzusammenfassung):
Allergie, unausgereiftes Verdauungssystem, gieriges Trinken, falschen Anlegen, Reaktion auf Rauchen, Überfütterung, Übertragen von Spannungen, Reizüberflutung u.v.m.

Wer sich das Buch für Tipps zur Abhilfe nicht extra kaufen möchte, kann mich anmailen... Das Kapitel ist zu umfangreich, um es in kurzen Stichworten wiederzugeben...

Dr.M. Stoppard schreibt in ihrem Buch "Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt" dazu:

Unter Koliken leiden vor allem Jungen im Säuglingsalter. Die genauen Ursachen dieser nervenbelastenden Mischung aus Verdauungsstörung und unaufhörlichem Schreien sind bis heute noch nicht genau geklärt.

Untersuchungen, die mit der Ursache von Koliken befasst waren, haben viele Forscher zu der Schlussfolgerung veranlasst, der Grund sei die Unreife des kindlichen Verdauungssystems. Andere Studien deuten darauf hin, dass Babys, die im Uterus großen mütterlichen Ängsten ausgesetzt waren, anfälliger für Koliken sind. Bei typischen zu Koliken neigenden Babys beginnen die Probleme ungefähr in der 2. Lebenswoche und verschwinden mit etwa drei Monaten. Die Anfälle treten für gewöhnlich abends auf. Das Kind zieht die Beine an den Unterleib oder streckt sie stocksteif aus und schreit vor Unbehagen und Pein.
Sie können nicht viel tun, außer warten, dass ihr Kind aus diesen Koliken "herauswächst". Eine Bauchmassage bringt oft Erleichterung, oder Sie legen das Baby mit dem Gesicht nach unten auf Ihren Schoß, mit einem warmen Handtuch oder einer Wärmflasche, halb mit warmen Wasser gefüllt, unter den Bauch. Andere Maßnahmen, die vielleicht helfen könnten, sind eine Spazierfahrt mit dem Auto oder dem Baby einen Schnuller zum Nuckeln in den Mund zu stecken.
Koliken stellen keine Bedrohung für die Gesundheit des Kindes dar (obwohl sie sehr frustrierend sein können), aber Sie sollten den Arzt aufsuchen, wenn sie zum erstenmal auftreten, um sicherzugehen, dass nichts schwerwiegendes vorliegt.

Meine Erfahrungen bei Marius 1999 waren:

Er hatte überwiegend abends ca. 30 - 45 min. Schreiattacken. Die Beinchen waren verkrampft angezogen und er hat bitterlich geweint - das macht ganz schön fertig, weil man soooo hilflos ist! Wir haben ihm meistens folgender Maßen helfen können:

Das Bäuchlein mit "Windsalbe" (hat uns die Hebamme geben, gibt es aber auch in der Apotheke) im Uhrzeigersinn eingerieben, oftmals sind dann die Pupse während der Massage abgegangen.
Die Beinchen ganz vorsichtig, sozusagen als Lockerungsübung, anwinkeln und wieder gestreckt:
linkes Bein, rechtes Bein, beide Beine - er fand das wohl irgendwie gut (es gab zumindest keine lautstarken  Beschwerden oder Abwehrversuche)
Vor und nach dem Stillen jeweils einige Tropfen "Sab Simplex" oder "Lefax" - das sind Entschäumer, die die Luftblasen aus der Nahrung entnehmen und somit nicht ins Verdauungssystem gelangen. Marius hat immer sehr hastig getrunken. Wichtig war auch immer das obligatorische "Bäuerchen". Ist er mir an der Brust während dem Stillen eingeschlafen und hat das Bäuerchen verpennt, hatten wir abends um so mehr Ärger mit seinen Bauchschmerzen...
Tagsüber habe ich ihn öfters mal auf den Bauch gelegt. Durch seine Versuche, das Köpfchen hoch zu halten und das Strampeln der Beine hat er sich seine Blähungen oft selbst "weggestrampelt".
Ach ja,  Papas scheinen eine besondere Gabe zu haben, was Kolik-Bekämpfung angeht. Mein Mann hat unserem kleinen Schatz sehr oft helfen können - scheinbar durch die innere Ruhe. Ich war oft viel zu aufgewühlt und Marius scheint das gemerkt zu haben, meine Anspannung hat sich auf ihn übertragen - bei mir hat er nur noch mehr geschrien, bei Papa auf dem Arm war es dann gut...
Irgendwie habe ich den Zeitpunkt verpasst, wann die Koliken aufgehört haben - sie waren einfach weg - von heute auf morgen. Er ist gut eingeschlafen, hat dann bald (mit 4 Monaten) durchgeschlafen und ich hatte das Thema schon fast aus dem Gedächtnis gestrichen. Aber da jetzt wieder Nachwuchs unterwegs ist, scheint es mir sinnvoll, das Wissen und die Erfahrungen rechtzeitig wieder auszugraben, nur für den Fall, dass ich schnell darauf zurückgreifen muss - ihr wisst ja Schwangerschafts- und Stilldemenz *ggg*...

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